neurodivers.sh ist eine verhaltenstherapeutische Privatpraxis in Eckernförde (Schleswig-Holstein), spezialisiert auf Diagnostik und Psychotherapie für neurodivergente Erwachsene. Die Praxis richtet sich an Erwachsene, die eine ADHS, eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) oder beides vermuten oder bereits diagnostiziert haben – und eine fundierte, wertschätzende Abklärung oder Behandlung suchen.
Neurodiversität bezeichnet die natürliche Bandbreite neurologischer Ausprägungen in der menschlichen Bevölkerung. Neurodivergent sind Menschen,deren Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung deutlich vom statistischen Durchschnitt abweicht – zum Beispiel bei ADHS, ASS, Hochbegabung oderKombinationen davon. Der Begriff betont Vielfalt statt Defizit.
Grundsätzlich arbeite ich in erster Linie in Präsenz, das Angebot richtet sich daher vorrangig an Patient:innen aus dem Raum Kiel, Eckernförde, Rendsburg, Schleswig, Husum, Flensburg. Ein Vorgespräch ist aber auch online möglich.
Die Versorgung neurodivergenter Erwachsener in Schleswig-Holstein ist strukturell knapp. Die Zahl der Psychotherapeut:innen mit Kassenzulassung liegt in Schleswig-Holstein fast 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt – und das in einem Flächenland, in dem weite Teile als ländlicher Raum gelten.
Für spezialisierte Autismus- und ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen ist die Lage nochmals enger. Lange Wartezeiten und Aufnahmestopps verzögern die Diagnose; nicht alle Anlaufstellen sind gleichermaßen erfahren in der Diagnostik bei Erwachsenen, und entsprechende Angebote sind insgesamt nur begrenzt vorhanden. Bundesweit liegen die Wartezeiten auf spezialisierte Diagnostik vielerorts bei zwei bis vier Jahren; einzelne Kliniken mussten ihre Wartelisten bereits schließen.
Wachsende Nachfrage trifft auf strukturelle Versorgungsdefizite – das macht die Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen zur zunehmenden Belastungsprobe für die klinische Praxis.
Wer im Erwachsenenalter eine fundierte Abklärung sucht – ob Autismus-Spektrum, ADHS oder beides –, steht häufig vor der Situation, dass kassenfinanzierte Stellen keine freien Kapazitäten haben, überregionale Spezialambulanzen lange Wartezeiten aufweisen und eine wohnortnahe, spezialisierte Anlaufstelle fehlt.
Manche Betroffenen warten jahrelang auf einen Kassentermin – oder erhalten am Ende keine Diagnose, die ihrem tatsächlichen Erleben entspricht, weil die Stelle nicht auf neurodivergente Erwachsene spezialisiert ist.
Meine Praxis neurodivers.sh in Eckernförde ist eine Privatpraxis –ich rechne hier nicht mit gesetzlichen Krankenkassen ab. Das bedeutet für Sie: Die Kosten tragen Sie selbst, oder Sie reichen die Rechnung bei Ihrer privaten Krankenversicherung bzw. Beihilfestelle ein.
Was diese Struktur ermöglicht: keine monatelangen Wartezeiten auf einen Ersttermin, keine bürokratischen Hürden durch Genehmigungsverfahren, und eine Diagnostik, die sich vollständig an fachlichen Standards orientiert – nicht an abrechnungstechnischen Vorgaben. Für viele Menschen, die schon lange nach einer kompetenten Anlaufstelle suchen, ist das der entscheidende Unterschied.
Wenn Sie unsicher sind, ob und in welchem Umfang Ihre Versicherung die Kosten übernimmt, empfehle ich, vorab direkt bei Ihrer Kasse oder Versicherung nachzufragen. Ich stelle Rechnungen nach GOÄ aus.
Die Diagnostik erstreckt sich über mehrere Termine: Zunächst erfolgt eine ausführliche biographische Anamnese, danach der Einsatz standardisierter Selbst- und Fremdbeurteilungsfragebögen sowie ein strukturiertes klinisches Interview. Abschließend wird ein schriftlicher Befundbericht erstellt, der auch Empfehlungen für nächste Schritte enthält. Der gesamte Prozess dauert je nach individuellem Bedarf typischerweise drei bis fünf Sitzungen.
Gerade im Erwachsenenalter ist die ASS-Diagnostik anspruchsvoll, da viele Betroffene im Laufe des Lebens Strategien entwickelt haben, um ihre Schwierigkeiten zu überdecken. Die Abklärung umfasst eine ausführliche Eigen- und Fremdanamnese einschließlich Kindheit und Jugend, standardisierte Verfahren sowie ein ausführliches klinisches Interview. Sofern möglich, wird eine Bezugsperson aus der Kindheit darum gebeten, einen Fragebogen zu bearbeiten. Die Diagnostik umfasst je nach Komplexität 6-8 Sitzungen.
Als approbierter Psychologischer Psychotherapeut kann ich eine klinisch fundierte diagnostische Einschätzung vornehmen und einen Befundbericht erstellen.
Ja, eine Vordiagnose ist keine Voraussetzung für eine Therapie. Wer bereits eine ADHS- oder ASS-Diagnose hat und nun verhaltenstherapeutische Unterstützung sucht, kann direkt ein Erstgespräch für eine therapeutische Behandlung vereinbaren.
Die Praxis ist eine Privatpraxis; die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (GOP). Privatversicherte bekommen die Kosten in der Regel erstattet, Selbstzahler tragen die Kosten in Höhe von 150€/ Sitzung selbst. Gesetzlich Versicherte können die Kosten leider nicht über ihre Krankenkasse abrechnen.
Die Leistungen sind erstattungsfähig bei allen privaten Krankenkassen. Beamtinnen und Beamte mit Beihilfeanspruch können die Rechnung bei ihrer Beihilfestelle einreichen. Klären Sie dies bitte vorab mit Ihrer Versicherung.
Verhaltenstherapie hilft, konkrete Alltagsstrategien zu entwickeln, emotionale Regulationsschwierigkeiten zu bearbeiten, Selbstwertprobleme und Erschöpfung (z. B. nach jahrelangem Masking) zu verstehen – und das eigene neurodivergente Profil als Teil der Identität zu integrieren, ohne Schwierigkeiten kleinzureden.
Ja, in wesentlichen Aspekten. Das therapeutische Vorgehen berücksichtigt spezifische Lernstile, Reizverarbeitung, kommunikative Besonderheiten und die häufig vorhandenen Vorerfahrungen mit Nicht-Verstanden-Werden. Ziel ist keine Anpassung an neurotypische Normen, sondern ein selbstwirksames Leben mit dem eigenen neurodivergenten Profil.
Studien zeigen, dass über 70 Prozent der Betroffenen mindestens eine weitere psychische Störung haben, häufig Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen oder emotionale Regulationsschwierigkeiten. Diese werden in der Diagnostik miterfasst und können therapeutisch ebenfalls adressiert werden.
Ja. Viele Erwachsene erhalten die Diagnose erst im dritten, vierten oder fünften Lebensjahrzehnt – insbesondere Frauen, die in der Kindheit aufgrund ihrer hohen Anpassungsleistung nicht oder fehldiagnostiziert wurden. Für viele Betroffene bedeutet eine Diagnose vor allem eine nachvollziehbare Einordnung der eigenen Lebensgeschichte.
Masking (auch Camouflage) bezeichnet das bewusste oder unbewusste Anpassen neurodivergenter Verhaltensweisen an neurotypische Erwartungen. Insbesondere weibliche Patienten haben Masking-Strategien häufig so weit perfektioniert, dass sie sich gut einfügen konnten, ohne dass ihre durch die Neurodivergenz bedingten Besonderheiten oder Bedürfnisse für die Umwelt erkennbar gewesen wären. Der Preis dafür ist häufig eine große Erschöpfung und Einsamkeit. In der Diagnostik muss Masking aktiv mitberücksichtigt werden, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.
Neurodivergenz beschreibt eine andere Art der Gehirnfunktion, nicht per se eine Krankheit. Problematisch werden neurodivergente Ausprägungen oft erst im Zusammenspiel mit Umweltanforderungen, die auf neurotypische Normen ausgerichtet sind. Gleichzeitig können neurodivergente Menschen psychische Erkrankungen entwickeln – als Folge chronischer Überlastung, Missverständnisse oder fehlender Unterstützung.
Anfragen können über das Kontaktformular gestellt werden. Da die Praxis als Privatpraxis ohne Kassenzulassung operiert, sind die Wartezeiten deutlich kürzer als in der kassenärztlichen Versorgung. Mein Ziel ist, Ihnen innerhalb von 4 Wochen ein Erstgespräch zu ermöglichen.
Nein. Als Privatpraxis ist neurodivers.sh ohne Überweisung zugänglich. Patientinnen und Patienten können direkt einen Termin anfragen, unabhängig davon, ob sie vorher beim Hausarzt oder einem anderen Facharzt vorstellig waren.